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Algier (3.3 Millionen Einwohner)Das Tor zum afrikanischen Kontinent am ältesten Meer der Welt. Das Tor zu einem Land zwischen Wasser und Wüste. Algier blickt gegen Osten, der aufgehenden Sonne entgegen. Weiß leuchtet sie vor dem Reisenden auf, wenn das Fährschiff aus dem nahen und doch so fernen Europa in den Hafen einläuft. Ein fremdes Land, eine fremde Stadt sollte man eigentlich immer über den Land- oder Seeweg betreten.In der heutigen Zeit wird das Reisen aber leichter gemacht. Auf Flugreisende wartet ein moderner, großzügig gebauter Flughafen. Vom Flugzeug über den Finger gelangt man in eine kühle Empfangshalle. Erst am Zoll, bei der Passkontrolle, wird man sich bewusst, dass man in einem fremden Land angekommen ist.Das Fremde, die Eigenart und der einmalige Duft, welche jede Stadt sein Eigen nennt, erfassen den Reisenden erst beim Verlassen des Flughafens. |
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Auch für Flugreisende sollte der erste Kontakt mit der Stadt im Hafen beginnen. In rasender Fahrt zwängt sich das Taxi dem Meer entlang durch die Verkehrsstauungen zur Hafenanlage. Über der Hafenanlage befindet sich der etwas höher gelegene Boulevard mit seinen Häuserreihen aus der Kolonialzeit. Rechts die kompakte und wirre Kasbah, welche sich an den Hängen hinauf klammert. Links die Neubauten, hie und da von grünen Flecken unterbrochen. Dahinter der Hafen, der früher noch aus verschiedenen kleineren Inseln bestand, welche heute in die Hafenanlage integriert sind. Der Name Algier entstand aus dem arabischen Wort für Inseln, el-Djezair. Algier empfängt den Besucher nicht mit offen Armen. Die Einwohner beachten den Fremden kaum. Es gilt die Stadt selber zu erobern, sich durch seine Straßen und Gassen zu wagen, sich von den freundlichen Bewohnern mitreißen zu lassen, sich dem Menschenstrom zu überlassen und die ersten Eindrücke wie ein Schwamm in sich aufzunehmen. Links und rechts säumen prächtige Bauten aus der Kolonialzeit, 19. Jh., die Straßen. Menschen in typischer arabischer Kleidung begegnen uns, wie junge Männer in europäischer Kleidung und Damen mit Rock, Bluse und Kopftuch. Vergangenheit und Gegenwart mischen sich auf der Straße. Aus den kleinen Läden strömt der Duft nach Gewürzen, Kaffee, Tee und frisch gebackenem Brot. Der Charme der Stadt hat uns gefangen. Für die Besichtigung der algerischen Hauptstadt sollte man 2 bis 4 Tage einrechnen.Weitere Reiseinformationen zu Algerien! |
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SpaziergangDer Boulevard Mohamed Khemisti mit Gärten und schattenspendenden Palmen gesäumt, bildet das Zentrum der Stadt. Unten liegt der Hafen, links die neo-maurische Fassade der Grande Poste, dahinter die Einkaufsstraßen, welche zum Place des Martyrs führen. Rechts führt die Rue Emir El Khaled zur Universität. An der Straße befinden sich unter anderem preiswerte Imbissbuden und Buchhandlungen für die Studenten, das internationale Algier. Die Hauptstraße führt bergauf vorbei an der Katholischen Kathedrale zum Villen Viertel. An jeder Ecke, in jeder Seitengasse stehen die weißen Wohnhäuser aus der Kolonialzeit mit den blau gestrichenen Fenstern und Türen. Je höher man den Boulevard hoch steigt, desto ruhiger wird es. An die Esplanade de l’Afrique steht der Palais du Gouvernement. SehenswertesPlace des MartyrsUm die Place des Martyrs herum liegen einige der interessantesten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt. Die Moschee Djema El Djedid, wird auch als Moschee der Fischer bezeichnet. Sie wurde im Jahre 1660 von den Türken nach dem Vorbild der byzantinischen Kuppelkirchen erbaut. Das Minarett von 25 m Höhe sieht man schon von weitem. Kurios ist die Uhr am Minarett, fast wie bei einer Kirche. Die zweite Moschee am Platz, Djema El Kebir ist die älteste von Algier. Sie wurde vom Almoraviden Youssef Ben Tachfin im 11. Jh. gegründet. Auf der anderen Seite des Platzes beginnt die Kasbah. Ein altes Adelshaus fällt auf, Dar Aziza Bent El Bey, mit seiner traditionellen algerischen Architektur. Gegenüber erhebt sich die mächtige Ketchaoua Moschee mit zwei Minaretten. Während der kolonialen Besetzung wurde sie als katholische Kathedrale benutzt. KasbahNoch heute scheint es, dass die Kasbah von der modernen Stadt belagert wird. Aber niemals wurde sie erobert. Hier trifft der Besucher auf das Algier des 16., 17. und 18. Jh. Algier, wie Karl V sie gesehen hat. Die alten Stadtmauern sind zwar verschwunden, wenn man aber durch das Labyrinth der Gassen, Treppen, Sackgassen und überwölbten Gänge spaziert, fühlt man einen Hauch von Romantik aufsteigen. Die meisten der Häuser sind nach der traditionellen Art gebaut: Mauervorsprünge, welche von sichtbaren Stützbalken aus Holz getragen werden; Häuser mit Innenhöfen und braun bemalten Türen, Toren und Fensterläden; Gemeinschaftsbrunnen mit Keramikplatten geschmückt. Das moderne Leben zeigt sich lediglich an den unzähligen Elektrokabeln, welche, ohne zu wollen, auf alle Erinnerungsfotos kommen. 1992 wurde dieser Stadtteil von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Manche der Gebäude wurden oder werden restauriert. Es soll nicht nur Touristen einen Einblick ins Leben der Altstadt geben, sondern die Altstadt für die Bewohner selber wieder lebenswert machen. Auf der Anhöhe thront das Fort de la Kasbah, dem damaligen Wohn- und Regierungssitz der türkischen Paschas aus dem 18. Jh. Die ganze Anlage wird zurzeit originalgetreu restauriert, wieder hergestellt und als Museum benutzt. |
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Etwas außerhalb der Stadt befinden sich auf dem Bou-Zarea Hügel die katholische Kirche Notre Dame d’Afrique. Der Bau des Gotteshauses begann im Jahre 1858 und bereits 16 Jahre später konnte sie geweiht werden. Interessant sind die vielen Danksagungen von Schifffahrern an den Wänden. Ein dunkelhäutige bekleidete Jesus mit Goldkrone wird unter einem Baldachin dargestellt. Die Statue der Jungfrau von Afrika ist aus Bronze und sieht somit ebenfalls dunkelhäutig aus. Vom Platz der Kathedrale genießt man eine herrliche Aussicht über die Stadt von Algier. Täglich geöffnet von 11-12h30 und 15-17h30. Ganz auf der anderen Seite der Stadt befindet sich das Befreiungsdenkmal. Ein aus hyperbolischen Rohbetonschalen zusammengesetztes, turmartriges Denkmal, das über der Stadt zu wachen scheint. MuseenIn der Stadt gibt es vier bedeutende Museen, für die man sich Zeit nehmen sollte. Sie sind täglich geöffnet von 9h bis 12h und 13h bis 16h30, außer Freitag-Nachmittag und Samstag. Eintritte für Erwachsene 20 Dinar, Kinder 10 Dinar. Musée le Bardo, prähistorisches und ethnografisches Museum. Die Bardo-Villa ist eines dieser Häuser im maurischen Stil, die Fromentin und Delacroix auf ihren Bildern dargestellt haben. Kostbare Hölzer, Keramik, Marmor und Schmiedeisen bilden die Hauptelemente der Dekoration. Die vielfältige Einrichtung zeugt vom Leben eines reichen Kaufmanns und großen Herrn des 18. Jh. In den Sälen des Museums wird die Vorgeschichte des Maghreb und der Sahara dargestellt. Reproduktionen von Fresken und Felsmalereien. Außer dem Skelet der legendären Tuareg Königin Tin Hinan ist ihr Schmuck aus Gold, Silber und bunten Steinen ausgestellt. Überreste der damaligen Tierwelt der Sahara vervollständigen die Ausstellung. 3, Rue Franklin Rosevelt. Musée National, für klassische und muslimische Antiken. Fünf Säle zeigen Skulpturen, Mosaike und Bronzen von verschiedenen Fundstätten aus ganz Algerien. Widmungen und Grabinschriften aus der türkischen Epoche findet man in einem Innenhof mit Säulengängen. Der Hauptsaal enthält Skulpturen, Kopien griechischer Werke und römische Werke aus Cherchell, der damaligen Hauptstadt. Die Kunst des Islam findet man in weiteren sieben Sälen: Kufische Inschriften auf Holz aus dem 11. Jh., Keramik mit geometrischen Verzierungen, Kunsthandwerk, vor allem Teppiche, Stickereien, Schmuck und Waffen. Die ländliche Kunst der Berber wird durch Gebrauchsgegenstände wie Töpferware, Webereien, Teppiche und Schmuck dargestellt. 177, Boulevard Krim Belkacem. www.musee-antiquites.art.dz Musée National, für volkstümliche Kunst und Traditionen. Dieses Museum besitzt weniger Gegenstände als die bereits genannten, aber die ausgestellten Stücke sind von seltener Qualität. Insbesondere die Töpferwaren und die sehr alten Teppiche sind sehenswert. Schmuckstücke der Frauen von Aurès und Hoggar gehören zu den außergewöhnlichsten Stücken. Die in Algerien seltene Illuminierkunst hat hier ebenfalls seinen Platz gefunden. 9, Rue Akli Malek, Kasbah. Musée National des beaux-arts, der Schönen Künste. Hier finden wir im Erdgeschoss die zeitgenössischen algerischen Künstler. Im ersten Stock die Galerie der Bronzen. Hier sind Rodin, Bourdelle, Maillol und Despiau vertreten. Im zweiten Stock finden wir Werke von der primitiven bis zur zeitgenössischen algerischen Schule, sowie der europäischen und maghrebischen Kunst. Place Dar Essalam. Grande Poste, Hauptpost, wenn man weder Briefmarken noch Telefonkarten braucht, sollte man das 1908, nach 8 jähriger Bautätigkeit, eröffnete Gebäude besichtigen. Es handelt sich hier um einen architektonischen Vertreter, wie sich die Franzosen am hispano-maurischen Stil inspirierten. Jardin d’essai ist ein weiterer ziviler Bau, welche die Franzosen in den ersten Jahren der Besatzung, anfangs 1830er Jahre, errichteten. In der Gartenanlage wurden die Möglichkeiten moderner Farm- und Gartenkultur mit den verschiedensten Pflanzen erprobt. Man versuchte zu erfahren, welche Pflanzen sich besonders in dieser Gegend für die Aufzucht lohnen. |
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