aures gebirge
Durch das Aurès Gebirge bis ans Tor der Sahara
Die Straße folgt dem Verlauf schroffer Täler und Kämme. Eine Landschaft voller Kontraste, Zedernwälder, steppenhafte Weideflächen, in Felswände eingeschnittene Cañons, auf deren Grund sich grüne Palmenoasen erstrecken. Das Aurès Gebirge war seit den Römern ein Rückzugsgebiet der Unbeugsamen. Erst die Moslems konnten, aber mit Problemen, dieses Verteidigungssystem überwinden. Die Hirten haben den Islam aber nur widerwillig angenommen und pflegen bis heute noch Sitten, welche nicht so ganz zum Glauben passen. Noch heute treiben im Frühling die Araber aus der Wüste ihre Schafs- und Ziegenherden in den Aurès. Aus den Haaren der Tiere weben die Frauen schwarz-grau-weiße Decken und Teppiche mit geometrischen Mustern.
Der Weg führt in weiten Kehren bergauf. Spärliche Vegetation begleitet uns. Dornsträucher, Reste eingestürzter Kulturterrassen, fast keine Bäume, wenig Gras. Arris ist das erste Dorf. Hier leben Chaouch-Berber, die zur Gruppe der Schlöh gehören. Der Weg führt uns auf halber Höhe über dem sich tief ins Gestein gefressene Fluss. Im Tal beobachten wir den typischen Kulturanbau auf drei Etagen. Am Boden das Gemüse, darüber die Frucht- und Obstbäume und über diesen wehen die Palmen. An verschiedenen Aussichtspunkten haben wir einen herrlichen Blick über den Cañon. Die Landschaft ist grandios. Eine leichte Wanderung durch diese einmalige Gegend ist etwas Herrliches.
Der Pfad führt vorbei an einem Lehm-Dorf mit einem Marabut. Fast menschenleer. Am Hang zeigen sich eine Reihe eigenartiger Türöffnungen und ein Rest von Mauern. Das war einmal ein Hotel der Franzosen, welches aber 1952 von Aufständischen in die Luft gesprengt wurde. Wir überqueren den Fluss. Der Pfad führt in die Höhe, knapp über die Wipfel der Palmen. Die Datteln sind zum fassen nah. Das ins Tal steil einfallende Licht verfärbt die Felswände, entlockt Schatten und erzeugt sehr intensive Farbtöne. Droh ist die erste Oase mit bereits eindeutig wüstenhaftem Charakter, die dem Reisenden Richtung Süden begegnet.
 
Biskra
Nur 425 km von Algier entfernt bezeichnet man die Stadt als das Tor zur Sahara. Vom kalten Norden gelant man im Flugzeug über die Hauptstadt Algier, in diese von zwei Millionen Palmen umgebene Stadt gelangen. Nach Norden hin durch eine Felswand abgesperrt, bildet die Stadt einen Kontrast zur von Rissen durchzogenen braun-roten Erde. Am Rand eines breiten Wadi (trockenes Flussbett), unmittelbar bei den Palmenhainen liegt der Ort, den schon die Römer besiedelt hatten.
In drei Etagen werden die Kulturen angelegt. Über alles thronen die Dattelpalmen, darunter findet man Obstbäume (Aprikosen, Granatäpfel, Mandeln) und direkt auf der Erde Getreide- und Gemüsefelder. Dass auf kleinstem Raum größere Erträge während des ganzen Jahres möglich werden, verdankt man dem ausgeklügelten Bewässerungssystem. Diese Kanäle dienen schon seit früheren Zeiten dazu, das Wasser gleichmäßig in allen Gärten zu verteilen.
17 km Weg führen durch kleinste Oasen und Steppe in die kleine, palmenreiche Oase von Sidi O. Zwischen Palmen und Lehmhütten befindet sich das Grabmal des Sidi Oqba ben Nafi, den Gründer von Kairouan. Er hat den Maghreb für den Islam erobert. Er erreichte 682 den Atlantik, ritt ins Meer hinein und hat Gott als Zeugen angerufen, dass er den Islam bis ans Ende der Welt getragen habe. Die flache Dachterrasse des Betsaals der Moschee erheben sich zwei Kuppeln. Eine gilt als die Ruhestätte des Glaubenskriegers, die andere als Denkmal für sein Pferd, das ihn in die Wogen des fernen Ozeans hinaustrug.
In der Oase Tolga, 40 km westlich, sieht der Reisende die erste Moschee aus Stampferde erbaut mit einem hohen pyramidenförmigen Minarett aus gleichem Material. Die meisten Häuser werden heutzutage aus vorgebrannten Betonsteinen gebaut, was nicht so malerisch, dafür jedoch bequemer für die Bewohner ist. Die Oase ist vor allem wegen der Schönheit ihrer Palmen und der Qualität der Datteln bekannt.
5 km nordwestlich von Biskra befinden sich die heißen Quellen von Hammam Salahine. Ihre heilkräftige Wirkung ist seit Urzeiten bekannt. Die Schwefelnatriumwasser eigen sich vor allem für Hautkrankheiten und Rheumatismus.
 
Bou Saada
Nur 250 km von Algier entfernt ist Bou Saada die Oase, welche man am leichtesten von der Mittelmeerküste erreichen kann. Hier trifft man auf Palmen, Kamele, Sanddünen und weiße Koubbas, Grabstätten. Hier findet man Töpfereiwaren, Schmuck, Seidengewebe, Teppiche und Klingen mit roter Scheide aus Holz. Der Name der Stadt bedeutet „Vater des Glücks“. Der Ort diente auch schon als Kulisse für verschiedene Filme.

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