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In diesem Kapitel wird eine Reise durch den Souf und die Pentapolis der M’zbiten vorgestellt, welche bei Ghardaïa vorbei führt um dann südlich um das Sandmeer des Großen Westlichen Erg und durch den Sahara Atlas weiter nach Nordosten verläuft. Der Zustand der Straßen bietet keinerlei Probleme und können mit jedem normalen Fahrzeug befahren werden. Hauptsache das Reserverad ist immer einsatzbereit und ein Reservekanister zur Hand. Die Oasen sind jeweils in bequemen Tagesetappen erreichbar und verfügen über die notwendigen Unterkünfte, Einkaufsmöglichkeiten und Tankstellen.Von Biskra bis Aïn Sefra sind es rund 2200 km und gut in einer Woche zu schaffen. |
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Dicht gedrängt umschließen die Palmen die weiße Stadt. Bei Sonnenuntergang verfärbt sie sich golden. Touggourt ist der Hauptort einer sich über 150 km hinziehenden Kette von Gärten und liegt nur 80 m über dem fernen Meeresspiegel. Der unterirdische Lauf eines alten Flusses ermöglicht, dank Brunnen, eine ausreichende Bewässerung.Herrlich sind die Wochenmärkte am Sonntag. Die Tuchhändler mit ihren schönen Stoffen in lebhaften Farben und Silberfäden durchzogen, stechen heraus. Teppiche, Gefäße aus Blech und Plastik liegen neben billigem Krimskrams. Berge von Zwiebeln, Kartoffeln, Karotten, Gurken und Melonen warten auf die Käufer. Frische Minze, Nüsse, Rosinen, Pfeffer, Mandeln und natürlich Datteln werden feil geboten. Um den Marktplatz herum liegen in schönen Gärten der Daïra und das Hotel Transatlantique. Dahinter liegt die Altstadt mit ihren engen gewundenen und teilweise überdachten Gassen. Mitten im Viertel liegt die Moschee. Vom viereckigen Minarett genießt man einen weiten Blick über die Oase.Im Westen der Stadt liegt ein großer Friedhof. Herrlich sind die vier kleinen schlichten Koubbas (Grabmal) mit Kuppeln. Eine ganz in weiß, die anderen dunkelbraun angemalt. Das Hauptmausoleum kann besichtigt werden. Der Boden ist mit großen und kleinen Grabstätten bedeckt. Zwei aufrechte Steine bezeichnen das Grab eines Mannes, drei Steine das einer Frau.Hier endet die von den Franzosen gebaute Eisenbahn, welche eigentlich durch die ganze Sahara führen sollte. In dieser Stadt sind 1922 auch die Raupenfahrzeuge von Citroën zur ersten erfolgreichen motorisierten Durchquerung der Sahara aufgebrochen. |
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Temacine und TamelhatBeide Orte sind befestigte Ksar, Burgen. Sie liegen 12, bzw. 15 km südlich von Touggourt.Temacine ist an einem kleinen pyramidenartigen Hügel gebaut. Die unteren Häuser bilden einen Festungswall. Das Fundament der Mauern ist durch Palmenstämme verstärkt. Seit Jahrhunderten trotzen sie den Winden, der Hitze und der Kälte der Winternächte. Labyrinth ähnliche Gassen führen bis zur Moschee, welche auf dem Gipfel der Kuppe thront. Der Blick schweift über die kleinen, terrassenartig angelegten Häuser bis zu den Palmenhains, welche die Festung umgeben.Tamelhat weist weniger Charakter auf, dafür ist die Moschee und das gegenüber liegende Mausoleum mit seinen Kuppeln sehenswert. Sie sind mit dekorierten Platten aus bunter Fayence und mit Motiven aus Stuck dekoriert.Das Gefühl, sich nun in der Wüste zu befinden, stellt sich ein. Der Wind hat weißlichen Staub über die schmale Asphaltstraße getrieben. Die Sahara liegt im blendend weißen Licht vor dem Reisenden. Nach weiteren 80 km zweigt die Straße nach Hassi-Messaoud ab, ins Erdöl- und Erdgaszentrum Algeriens. OuarglaEin tiefes Tal öffnet sich. Eine rote Felswand mit schartiger Kante beherrscht die großartige Landschaft. Salz, das bei der geringsten Feuchtigkeit rosige Tönungen annimmt, ist der Urheber. Tausende von Bäumen und Palmen ziehen sich entlang der breiten Senke, die dem fossilen Fluss Wadi Mya entspricht. Südlich hat sich eine Industriezone gebildet. Möbelfabriken und Verarbeitungsanlagen für Obstsäfte wollen nicht richtig ins Bild passen. Sie gehören aber zum Fortschritt der Stadt und sind vielleicht die Zukunft der Jugend. Die Altstadt bildet das übliche Labyrinth von Häusern, gruppiert um ein hohes Minarett. Das heutige Leben spielt sich aber in der Neustadt. Im Sahara Museum, Muséee saharien werden in drei Hauptsälen die für die Sahara charakteristischen Erzeugnisse bewundern. Kamelgeschirre, Gegenstände und Waffen der Karawanen von einst. Herrliche Teppiche hängen an den Wänden. Ein weiterer Saal ist der Frühgeschichte der Sahara gewidmet. Im dritten Saal findet man Möbel, Geräte, Gegenstände und Werkzeuge, die aus Palmenholz und –zweigen hergestellt werden. Fotos und Modelle zeigen die Geschichte der Entdeckung und der Ausbeutung des Erdöls in der Sahara auf. |
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SedrataWährend 500 Jahren (10. Jh.) war dieser Ort die Zufluchtsstätte der Ibaditen, Puristen des Islam. Reste dieser Stadt findet man im Bardo-Museum in Algier und im Sahara Museum von Ouargla. Die Truppen von El Mansour haben damals keinen Stein auf dem anderen gelassen. Die Bäume wurden abgesägt, die Brunnen zugeschüttet. Heute findet man in einer Senkung unförmige Steinhaufen, man errät Mauerreste, wo Häuser waren. Die Ruinen tauchen je nach dem Willen der Winde auf und verschwinden wieder. In der Suche nach der verschütteten Stadt liegt der Reiz der Besichtigung dieser Ruinen. Die Ibaditen, die Mozabiten von heute, wallfahren jeden April hierher. |
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