ostküste

Im Nordosten des Landes herrscht numidisches und römisches Erbe. Wir kommen in die damalige römische Provinz von Africa nova.

Bejaïa
Bougie (Kerze) nannten die Franzosen den ehemaligen spanischen Kriegshafen. Denn von hier aus wurden über Jahrhunderte Kerzen aus Bienenwachs exportiert. Heute ist Bejaïa Endstation der Ölleitung auf afrikanischem Boden. Seine Funktion hat sich also in den Jahren nicht so gewandelt, lediglich das Produkt. Leider riecht das Erdöl nicht so gut wie Bienenwachs, wenn sich der Gasgeruch durch die Gassen der Altstadt schleicht. Die Stadt ist in Terrassen am Hang eines von Wald bedeckten Berges errichtet worden. Sie liegt eingeengt zwischen Fels und Meer. Von der damaligen Pracht des 11. Jh. bleibt uns heute noch Teile des Tores zum Meer, Bab del-Bahar, ein jetzt gebrochener frei herausragender Bogen.
Es empfiehlt sich eine rund 14 km lange Rundfahrt, welche auf den Gipfel des Pic des Singes auf 430 m führt. Von dort folgt die Strasse dem Kamm bis zum Gouraya auf 660 m Höhe. Hier wurde ein von den Spaniern errichteter Ford von den Türken wieder aufgebaut. Schmale in tiefen Blau glänzende Buchten liegen unter uns.
Sétif
Die Stadt wurde von den Franzosen als typische Kolonialstadt gebaut. Touristisch hat sie nicht viel zu bieten, umso schöner ist es aber, durch seine Straßen und unter den Arkaden der Hauptstraße zu schlendern. Von einem der zahlreichen Cafés kann man in Ruhe das Treiben der Bevölkerung beobachten. An der einen Seite des Ain el-Fouara-Platz, von einem schlanken Minarett überragt, steht die alte Moschee. Auf der anderen Seite, knapp 50 m vom Gebetshaus steht ein Brunnen aus der Franzosenzeit mit einer halbnackten Frau, heute Symbol der Stadt. Der Brunnen hätte damals eigentlich in den Louvre in Paris geschafft werden sollen, die muslimische Bevölkerung wehrte sich aber dagegen, denn der Volksmund sagt, dass unverheiratete Frauen, welche Wasser vom Brunnen trinken, in Bälde einen Ehemann finden werden.
Sétif empfiehlt sich als Ausgangspunkt zu den archäologischen Fundstätten von Djemila (45 km) und Kalaa Beni Hammad am Südhang des Hodna Gebirges (135 km).
Alg-007C
Djemila
In Algerien gibt es viele großartige Stätten aus numidischer, römischer, islamischer und christlicher Zeit. Djemilia überzeugt durch ihre strenge Schönheit seiner Ruinen und seine natürliche Umgebung, aber auch durch den historischen und wissenschaftlichen Wert der freigelegten Spuren vergangener Zeiten. Auf einem sanft abfallenden Hügel baute die römische Besatzung eine leicht zu verteidigende Festung, was den römischen Städtebauer aber eher missfiel. Dadurch entstand eine Stadt, wie man sie sonst nicht im römischen Reich finden kann. Aufgrund der Beschaffenheit des Hügels bekam die Stadt die Form eines Dreiecks, dessen einen Schenkel eine lange gerade Straße bildete. Eine Umfassungsmauer sicherte den Berg nach Süden ab. Die einstige Berbersiedlung wurde römisch organisiert und erhielt einen Stadtrat. Im frühen 3. Jh. dürfte die Stadt wohl 10.000 Einwohner gezählt haben. Eine Vorstadt war entstanden, die ausgedehnter war als das eigentliche Zentrum. Der Weg geht vorbei am Museum und an den höher gelegenen Stadtteilen runter zum Forum, dem Tempel und dem prächtigen Caracalla-Bogen. Auf tieferem Niveau befinden sich der Fleisch- und Lebensmittelmarkt mit seinen teilweise noch gut erhaltenen gemeißelten Verkaufsständen. Nördlich liegen der Capitolium Tempel und die Alten Thermen. Das Theater, ein sehr steiler Halbrund, wurde in einen Berghang eingebaut. Über die Reste des Theaters verliert sich der Blick auf grünliche und rosaviolette Hügel. Hier unten im Tal hat sich seit zweitausend Jahren wohl nicht viel geändert. Wie eh und je begibt sich der Bauer mit seinem Esel vom Feld zurück ins Dorf. Täglich geöffnet von 9h bis 12h und 13h30 bis 17h30. Eintritte: 50 DA Erwachsene, 20 DA Kinder.
Alg-021B
Kallaa Beni Hammad
„Die Beni Hammad errichteten in der Kalaa mächtige Gebäude, befestigte Burgen von herrlicher Architektur. In deren Mitte liegt ein riesiges Becken. Die Paläste sind mit Marmor geschmückt.“, so berichten Kaufleute aus dem 11. Jh., welche die erste Hauptstadt der Hamaditen kennen lernten. Sieben Kilometer Mauern schützten die Stadt. Eine Stadt der Religion und Regierung, von den Hillals verwüstet, von den kommenden Generationen vergessen, bleibt sie nur eine Erinnerung an die damalige Größe. Im Jahre 1964 begann man mit bedeutenden Ausgrabungen. Symbol ist das viereckige Minarett aus rohem Gestein. Von der Moschee selber sind nur noch die Grundmauern vorhanden, ein 64 x54 m großes Geviert. Etwas höher gelegen befinden sich die Ruinen des Emir Palastes. Nennenswert sin die Reste des Ksar el-Manar, der Leuchtturmfestung, welche sich schwindelerregend über dem Tal erhebt.
Alg-014B
Skikda
Komplex zur Verflüssigung von Erdgas – Terochemie – Erdölraffinerie – Stromkraftwerk – Quecksilberwerk – Eisenerzabbau – Bleibergwerk – Zementwerk – Marmorsteinbrüche, sind die heutigen Erzeugnisse der 1838 gegründeten Kolonialstadt. Hier haben einst die Römer Obst, Öl, Weine und Weizen verschifft. Die Franzosen machten die Ruinen von Rusicada dem Erdboden gleich und legten eine im Schachbrettmuster geplante Stadt, Philippeville, an. Besichtigen sollte man aber das Rathaus, Hôtel de Ville, im neo-maurischen Stil und den Bahnhof, dekoriert mit Fayencekacheln mit zahlreichen Motiven.

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