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Über 50 % von Algerien sind Sahara. Ohne eine Fahrt in die Wüste hat man also vom Land nicht viel gesehen. Sicher ist die Sahara trocken und menschenfeindlich, sonst wäre sie ja nicht „wüst“, aber eintönig ist sie sicher nicht. Sie bietet eine unendliche Skala von Tönen, grelle Gegensätze, schroffe Felsen, flirrende Horizonte und die verschiedensten Blautöne des Himmels. Aber aufgepasst, Sahara ist nicht gleich Sand zu setzen. Nicht einmal ein Fünftel ist von Sand bedeckt. Der Rest sind Geröllfelder, Kiesebenen und Gebirge. Und wenn mal ein Frühlingsregen fällt, bereitet sich für ein paar Tage ein bunter Blütenteppich vor dem Reisenden aus.
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In SalahDer Name des Ortes bedeutet nichts anderes als „Salzige Quelle“. Eine Legende erzählt aber auch, dass dem Marabut Salah verwehrt war, sich, seine Begleiter und Tiere an einer bestehenden Quelle mit Wasser zu versorgen, worauf er, wie Moses, mit seinem Stab eine neue Quelle geschlagen habe. Das Wasser von den öffentlichen Brunnen schmeckt wirklich etwas salzig und fördert in der Regel die Verdauungstätigkeit. Ein Problem ist das salzhaltige Wasser auch bei der Bewässerung der rund 170.000 Palmen, da man auch entsalzen muss.Der Ort ist auf die Initiative der französischen Kolonialherrscher im sudanesischen Stil gebaut, das heisst im schwarzafrikanischen Stil, Bled-es-Sudan.In der Ortsmitte befinden sich die Gendarmerie, das Spital, die Post, Hotels, Apotheke und der Markt. Im Süden entstand ein modernes Industrieviertel.In Salah gilt als einer der heissesten Orte der Sahara mit Temperaturen bis zu 55 Grad im Schatten. Laut Statistik wird er besonders oft von Sandstürmen heimgesucht. Die Bedrohung von Wanderdünen zwingt die Bewohner immer weiter nach Westen zu ziehen. Heute versucht man dem Sand entgegenzuwirken. Es werden sogar Bulldozer eingesetzt, aber die Weiler sind rings von Dünen umzogen. Einstmals war hier auch einer der grössten Sklavenmärkte der Sahara heimisch. |
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TamanrassetTam, wie man die Stadt auch nennt, ist die Verwaltungshauptstadt der flächenmassig größten Provinz Algeriens, in Gebiet fast zweimal so groß wie Frankreich. Der Ort liegt im geografischen Zentrum der Sahara und zählte vor 45 Jahren, bei der Unabhängigkeit Algeriens rund 2000 Einwohner. Tam war ein Lehmhüttendorf, eine romantische Karawanenstation und ein ärmlicher Marktort der Tuareg. Aufgrund der Flüchtlingsströme aus dem Sahel, dem Tschad, Mali und Niger erfuhr die Siedlung eine gewaltige Expansion. Die Bevölkerungszahlen schwanken heute zwischen 50.000 und 100.000 Einwohner, was eine totale Veränderung des Dorfbildes mit sich brachte. Am Ortsrand, hinter der Moschee, findet man noch ein paar der traditionellen Häuser aus rötlich ockerfarbenen Lehm gebaut, das Bild der Neustadt beherrschen aber die Neubauten aus Beton, welche sich aber in Gestalt und Farbe dem vorhandenen Stil anpassten. |
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Eine breite schattige Tamariskenallee bildet die Hauptstraße der Stadt. Am frühen Morgen und am späten Nachmittag erwacht das Leben in den Straßen. Kleine Läden, Reiseagenturen für Ausflüge, Cafés, Imbissbuden und kleinere Restaurants werden zu diesen etwas kühleren Tageszeiten geöffnet.Fast alles, was man hier zum Verkauf findet, musste auf Lastwagen oder mit Flugzeugen herbeigebracht werden. Tamanrasset ist keine Oase. Hier findet der Reisende keine Palmenhaine. Die Stadt liegt auf einer Bodenwelle zwischen zwei ausgetrockneten Flussbetten auf 1400 m über dem fernen Meer. In den Sommermonaten werden tagsüber Temperaturen bis über 50° am Schatten gemessen. Die Nächte sind mit 28° bis 38° unwesentlich kühler. In den Wintermonaten sind dafür die Temperaturen tagsüber sehr angenehm, nachts aber herrscht beißende Kälte.Im Bett des Oued Tamanrasset findet der tägliche Viehmarkt statt. Lämmer, Ziegen und Kamele suchen neue Besitzer. Hier findet man die meist hellblonden Meharis, die wertvollen Reitkamele, welche noch heute der Stolz jedes Tuareg sind.Etwas abseits des Dorfes finden wir die Schiede von Hadriane. Männer und Jugendliche bearbeiten dort Stücke von Eisen, Kupfer und Messing, die meistens von liegengelassenen Fahrzeugen stammen, zu neuen Geräten, Messer, Schlösser und Schmuckstücken, dem „Schleierschlüssel“. Ein ziemlich schweres, aber hübsch bearbeitetes Eisenstück, das die Frauen an einer Ecke des Schleiers befestigen, um diesen, über die Schulter geworfen, auch bei Wind gespannt zu halten. AusflügeExkursionen rund um Tamanrasset sollen nur mit Geländewagen in tadellosem Zustand, mit Lagerausrüstung, Material für Pannen, genügend Wasser und Treibstoff und natürlich mit einem lokalen Führer durchgeführt werden. Zur persönlichen Ausrüstung gehören Kopfbedeckung, Sonnenschutz, Sonnenbrille und Wollsachen für die Nacht. Rundfahrt zum AssekremFür diesen Ausflug sollte man einen Tag, ungefähr dreieinhalb Stunden Anfahrt, zwei bis drei Stunden am Ort und zwei Stunden für den Abstieg, einrechnen. Zwei Pisten bilden eine Schleife. Bei der Hinfahrt nehmen wir die westliche Route, welche uns am 3000 m hohen rosa zuckerhutartigen Ilamane vorbei führt. Bei der Rückreise geht es Richtung Osten an einer herrlichen Naturfestung am Berg Akar-Akar vorbei. Unterwegs treffen die Besucher auf Felszeichnungen, einfache Moscheen und Nomaden. Assekrem ist ein Plateau, dessen Kahlheit und Gradlinigkeit im Kontrast zu den anarchischen Aufhäufungen der rundum stehenden Gipfel bildet. Der Ausblick ist einmalig!Hier steht die mörtellose, aus gelben und schwarzen, an Ort gefundenen Steinen, errichtete Kapelle von Charles de Foucauld. (Siehe auch Seite xx) Durch einen Spalt fällt spärliches Licht auf eine Steinplatte, welche den Altar bildet. An der Wand ein schlichtes Kreuz. Eine Tuareg Tasche dient als Tabernakel. In der angrenzenden Kammer sind Bücher und Werke des Paters aufbewahrt. Geblieben sind das gebotene Naturschauspiel und die Stille. Rund um den HoggarZwei klassische Rundfahrten, welche von den örtlichen Agenturen angeboten werden und für die man, je nach Interesse, 2 bis 4 Tage rechnen sollte.Zuerst geht es auf der Straße N1 rund 120 km bis nach Aïn Salah. Ab hier führt uns eine rund 75 km lange Piste dem Wadi Ifraq entlang, dann den Wadi Timesdelessine bis nach Hirafok, einem Dorf mit bemerkenswerten Felszeichnungen. Weiter geht die Fahrt über Pisten nach Ideles, am Fuße des Tadderraz Berg. Nach weiteren 70 km eine richtige Oase vor uns, Tazrouk. Hier gibt es zwar keine Palmen, dafür Pappeln, Pfirsich- und Aprikosenbäume und riesige Feigen. In der Ferne ist eine der feinsten Felsnadeln des Hoggar zu erkennen, der Aokassit. Auf der Piste Ideles – Tamanrasset kehrt man zurück zum Ausgangspunkt. TefedestNördlich des Hoggar zieht sich auf rund 150 km Länge und 20 km breite das Granite Gebirge des Tefedest dahin. In den Geröllhalden mit Granitfelsen von höchst bizarren Formen verbirgt sich eine vielfältige Vegetation, die Dank klaren Wasserquellen hier wachsen. Alpinisten werden von den Hohen Gipfeln der Tefedest angelockt. Vor allem der „Berg der Geister“, Garet El-Djenoun, der sich 1400 m über der Ebene erhebt, früher die Bewohner erschreckte, wird nun von den Ausländern bestiegen. Im Süden dieser Regionen befinden sich eine große Zahl prähistorischer Funde und eine Vielfalt von Fels- und Ritzzeichnungen. Die berberische Prinzessin Tin-HinanRund 100 km westlich von Tamanrasset überragt eine verfallene Festung die Oase von Abalessa. Der Ort ist mehrere Kilometer lang und das Wasser wird von zehn Meter tiefen Kanälen von einer fernen wasserführenden unterirdischen Schicht herangeführt.Die Festung soll aus der römischen Zeit stammen. Cornelius Balbus unternahm im Jahre 19 v.Chr. eine längere Expedition quer durch Lybien und Algerien. Er eroberte Biskra, Radames, Ilezi und Balsa, aus dem der Ort Abalessa geworden sei. Man hat verschiedene Gegenstände wie Lampen und Vasen aus dem 2. bis 4. Jhd. in den Ruinen der Burg gefunden. Bei den Ausgrabungen im Jahre 1925 ist man auf ein geschwärztes Skelet einer Frau gestoßen, der Prinzessin der Touareg, Tin-Hinan. Das Skelet befindet sich heute im Bardo Museum in Algier. (Siehe Seite xx)„Es war einmal eine Prinzessin, die quer durch die Sahara aus dem fernen Tafilalet im äußersten Maghreb gekommen war, und die sich an den Grenzen des Hoggar niederließ. Sie war bekannt durch ihre Tapferkeit, ihren Geist und ihr gutes Herz. Die örtlichen Stämme erhoben sie zu ihrer Königen.“ Mit dieser Geschichte erklärt sich die Tradition der Tuaregs, dass der Adel durch die Frauen und nicht durch die Männer, vererbt wird. |
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DjanetDas Gebiet der Tassili N’Ajjer liegt im Nordosten des Hoggar und stößt im Osten an den Fezzan. Es handelt sich hier um ein sandsteinartiges, schwer zugängliches Plateau. Tassili bedeutet übersetzt: Plateau der Flüsse. Die ganze Ebene ist 800 km lang, zwischen 50 und 60 km breit und liegt auf einer Höhe von rund 600 m.1933 entdeckte ein französischer Offizier die ersten Fresken und im Jahre 1956 organisierte Henri Lhote eine erste Expedition. Aber bereits im 5. Jhd.v.Chr. erwähnt Herodot dieses Gebiet von Dünen, Oase und Salzhügeln. Plinius erzählt im 1. Jhd. von Elefanten, Giraffen und Raubtieren.Tassili ist dank seinen zahlreichen Fresken das reichste prähistorische Kunstzentrum der Welt. In Europa findet man Malereien in der Tiefe er Höhlen, hier in Afrika sind sie an Felswänden unter freiem Himmel. In der Felsenkunst von Tassili sind die Szenen aus dem täglichen Leben und Zeichnungen von Menschen sehr entwickelt. Die hier zu bestaunenden Zeichnungen können in vier Perioden eingeteilt werden. Die erste zeigt Jäger und Kaphirschen und kennzeichnet den Anfang des Neolithikums, 6000 bis 4000 Jahre vor Chr. Die Bilder zeigen Menschen mit rundem Kopf in höher entwickeltem Stadium, Tänzer und Tänzerinnen mit Masken und getupftem Muster auf den Körpern und Figuren von dekadentem Stil. Sie werden riesig und die unteren Teile der menschlichen Körper werden Weiß ausgefüllt.Die zweite Periode zeigt vor allem Rinderhirten. In der Periode großer Feuchtigkeit, 4000 bis 2000 Jahre vor Chr., erscheint das Hausrind. Die Künstler verstanden es, die Tierherden mit schlanken Körpern darzustellen, wie sie die Steppe und Savanne durchziehen. Der Typ der Hirten ist meist äthiopisch.Es folgt die Periode von Hirten mit Karren und Reitern, also die Zeit des Pferdes. Die Bilder sind der Zeit der Frühgeschichte, 2000 v.Chr. bis zu Beginn der christlichen Ära einzuordnen. Die Zeichnungen zeigen wie die Reiterstämme vom Meer den Niger erreichten. Die vierte Periode ist die des Kamels und des Dromedars zu Anfang des ersten christlichen Jahrhunderts. |
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